Sonntag, 20. November 2016

[ #naturwissen ] MINT-Frauen: Lise Meitner - Die Österreichische Kernphysikerin

"Lise Meitner (* 17. November 1878 in Wien; † 27. Oktober 1968 in Cambridge) war eine österreichisch-schwedische Kernphysikerin. 

Unter anderem lieferte sie im Januar 1939 zusammen mit Otto Frisch die erste physikalisch-theoretische Erklärung der Kernspaltung, die ihr Kollege Otto Hahn und dessen Assistent Fritz Straßmann am 17. Dezember 1938 entdeckt und mit radiochemischen Methoden nachgewiesen hatten."

So steht es zu Beginn in dem ganz tollen umfangreichen Wikipedia-Beiträge über die österreichische Kernphysikerin Lise Meitner. Ein Beitrag, der auch von der Wikipedia-Redaktion als "excellenter Artikel" bewertet wurde. Es erübrigt sich also, hier alles irgendwie zu wiederholen, was dort bestens zusammengetragen ist.

Kinder, Küche, Kirche. Als zweite Frau in der Geschichte der Wiener Universität promovierte sie im Hauptfach Physik und setzte sich somit deutlich von dem Frauen "nahegelegten" Weg ab: Nicht die drei K, sondern die experimentelle Physik wurde zum Zentrum ihres Lebens. Sie begann ihr Studium 1901. 100 Jahre später können zwar Frauen studieren, doch wir beklagen noch immer, dass die naturwissenschaftlichen und technischen Studien den Männern "vorbehalten" sind.
Sieht man sich die zehn Studien mit dem niedrigsten Frauenanteil an, so wird man sofort bemerken, dass es sich hier fast ausschließlich um ingenieurwissenschaftliche Studien wie Telematik, Maschinenbau, Mechatronik oder Elektrotechnik handelt. Unter den zehn beliebtesten Studien (mit den meisten Studierenden im Jahr 2008) finden sich mit Informatik (Platz 7) und Biologie (Platz 10) zwei naturwissenschaftliche Studien. Allerdings unterscheiden sich diese beiden Studien sehr stark hinsichtlich ihres Frauenanteils: Die Informatik weist einen Frauenanteil von 16,8% und die Biologie von 64,2% auf. Unter den zehn Studien mit den meisten weiblichen Studierenden finden sich keine technischen Studien.
Bild (Zum Vergrößern anklicken): Lise Meitners Jahreszeugnis für 1890 von der Mädchen-Bürgerschule am Czerninplatz. Dass ihr Interesse für die "typischen" Mädchenfächer eher gering war, lässt sich unschwer erkennen: Das Jahreszeugnis vom ersten Jahr der Bürgerschule in Wien 1889/90 zeigt die Interessen und Begabungen der Elfjährigen. Während sie in allen acht Wissensfächern wie Unterrichtssprache in Verbindung mit Geschäftsaufsätzen, Geographie und Geschichte, Naturlehre, Rechnen, Geometrie und Französisch mit der Note "sehr gut" beurteilt wird, erreicht sie in weiblichen Handarbeiten, Schönschreiben und Freihandzeichnen nur die Note "genügend", also die schlechtest mögliche positive Note. Lise Meitners sittliches Betragen ist nur "entsprechend" und nicht "vollkommen entsprechend", wie man es von einem Mädchen aus bürgerlichem Hause erwarten würde. Die Note für Fleiß ist nur "befriedigend". Lise Meitner arbeitet nur dann ausdauernd und fleißig, wenn sie sich wirklich für eine Sache interessiert.

[ #MINTsprint ] 

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