Donnerstag, 6. Oktober 2016

[ #technik ] Vom Blitzableiter zur Glasharmonika: Benjamin Franklin

Die Glasharmonika ist ein 1761 von Benjamin Franklin entwickeltes Reibe-Idiophon.

Der amerikanische Diplomat, Naturwissenschafter, Erfinder (des Blitzableiters 1752) und Mitglied der St. John's Freimaurerloge hörte anlässlich eines Londonaufenthaltes  ein Präsentationskonzert von Edmund Delaval auf den Musical Glasses, einem Vorläuferinstrument der Glasharmonika. Dieses Erlebnis regte ihn zur Erfindung der Glasharmonika an.

Angeregt von der Darbietung des auf Weingläsern musizierenden Virtuosen, baute er 1762 ein Instrument, bei dem auf einer Achse, die über Fußantrieb in Bewegung versetzt wird, halbkugelförmige Glasschalen ("Kalotten") unterschiedlicher Größe aufgereiht sind. Der Musiker spielt das Instrument, indem er die rotierenden Kalotten mit befeuchteten Fingern berührt und so einen eigenartig ätherischen Klang erzeugt. Immerhin verfassten Mozart und Beethoven Kompositionen für dieses seltene Instrument. Richard Strauss schrieb im dritten Akt seiner Oper "Die Frau ohne Schatten" eine Partie für Glasharmonika.


Zur Tonerzeugung dienen verschieden große, ineinandergeschobene Glasglocken, die auf einer gemeinsamen waagerechten Achse lagern, die durch ein Pedal in Rotation versetzt wird. Gespielt wird die Glasharmonika durch das Berühren der Glockenränder mit einem feuchten Finger. Der Tonumfang der chromatisch gestimmten Glasharmonika beträgt zweieinhalb bis vier Oktaven. Eine Variante ist die Klavierharmonika, die mit einer Tastatur und einer Mechanik zum Streichen der Gläser ausgestattet ist.

Benjamin Franklin (* 17. Januar 1706 in Boston, Massachusetts; † 17. April 1790 in Philadelphia, Pennsylvania) war ein nordamerikanischer Drucker, Verleger, Schriftsteller, Naturwissenschaftler, Erfinder und Staatsmann. Als einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten beteiligte er sich am Entwurf der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten und war einer ihrer Unterzeichner. Während der Amerikanischen Revolution vertrat er die Vereinigten Staaten als Diplomat in Frankreich. Als Delegierter der Philadelphia Convention beteiligte er sich an der Ausarbeitung der amerikanischen Verfassung. Auf dem Gebiet der Wissenschaften ist er vor allem für seine Beiträge zur Erforschung der Elektrizität bekannt.


[ #MINTsprint ]

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